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\section{Begriffsgeschichtliche und systematische Grundunterscheidungen}
\input{Part_II_Informationstechnisches_Artefakt/01.01.01_Platon.tex}
\subsection{Aristoteles}
\begin{contract}[Aristoteles]
\contractGoal{Der Abschnitt zu Aristoteles soll zeigen, dass mit ihm erstmals eine systematische Bestimmung von Artefakten als eigenständiger ontologischer Klasse vorliegt, die weder bloß abgeleitete Abbilder noch epistemisch defiziente Objekte sind. Ziel ist es, Aristoteles als denjenigen zu lesen, der Artefakte über die Begriffe von Form, Zweck und Ursache positiv bestimmt und sie zugleich klar von Naturdingen abgrenzt. Damit verschiebt sich die platonische Hypothek: Artefakte bleiben zwar abhängig von menschlicher Herstellung, erhalten aber eine immanente Funktions- und Formbestimmtheit, die sie zu genuinen Gegenständen philosophischer Analyse macht. Der Abschnitt soll deutlich machen, dass spätere Artefakttheorien insbesondere im Bereich der Technik an diese aristotelische Klärung anschließen oder sich bewusst von ihr lösen müssen.}
\contractPrereq{Um den Abschnitt zu verstehen, müssen bereits einige allgemeinere Klärungen erfolgt sein, die nicht erneut im aristotelischen Kontext geleistet werden sollten. Dazu gehört zunächst die platonische Ausgangslage: die Abwertung des Gemachten gegenüber dem Seienden und die Externalisierung von Maßstäben. Darüber hinaus müssen grundlegende ontologische Begriffe wie Form und Materie, Ursache, Zweck sowie die Unterscheidung von ποίησις und φύσις bereits eingeführt sein, allerdings noch ohne aristotelische Zuspitzung. Ebenso sollte vorab geklärt sein, dass Artefakte normativ beurteilbar sind (funktionieren / nicht funktionieren), ohne dass diese Normativität bereits metaphysisch erklärt wird. Diese Voraussetzungen ermöglichen es, Aristoteles nicht als Lieferanten von Grundbegriffen, sondern als Explizierer ihrer systematischen Verschränkung zu lesen.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll argumentativ zeigen, dass Aristoteles Artefakte als formbestimmte, zweckgerichtete, aber nicht selbstbewegte Entitäten fasst und damit eine stabile Mittelposition zwischen Natur und bloßer Konvention etabliert. Zentrale Textbasis ist Physik II, insbesondere die Unterscheidung zwischen natürlichen Dingen und Artefakten hinsichtlich ihres inneren Bewegungsprinzips. Ergänzend ist Metaphysik Z heranzuziehen, um die Rolle der Form bei Artefakten zu klären, sowie Nikomachische Ethik VI, wo technē als rationale Herstellungsdisposition bestimmt wird. Wichtig ist zudem Metaphysik Θ, um die Differenz von Möglichkeit und Wirklichkeit bei hergestellten Dingen zu beleuchten. Ziel des Arguments ist es, zu zeigen, dass Artefakte bei Aristoteles zwar keinen inneren Naturgrund besitzen, aber dennoch nicht bloß äußerlich zusammengesetzte Objekte sind, sondern eine stabile formale Identität haben, die ihre Funktion trägt. Der Abschnitt soll diese Position nicht als endgültige Lösung präsentieren, sondern als starke Verpflichtung: Wer Artefakte später von Materialität, Zweck oder Form ablöst (etwa im Fall informationstechnischer Artefakte), muss erklären, was er an dieser aristotelischen Bestimmung aufgibt und was er an ihre Stelle setzt.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{Vitruv}
\begin{contract}[Vitruv]
\contractGoal{Der Abschnitt zu Vitruvius soll zeigen, dass sich mit Vitruv eine explizite Verschiebung der Artefaktfrage von ontologischer Grundlegung zu praxis-, regel- und entwurfsorientierter Bestimmung vollzieht. Artefakte erscheinen hier nicht mehr primär als abgeleitete oder formtheoretisch bestimmte Entitäten, sondern als normativ geregelte Entwurfsobjekte, deren Identität sich aus Zweckmäßigkeit, Stabilität und Gestalt ergibt. Ziel ist es, Vitruv als historischen Punkt zu lesen, an dem Artefakte erstmals systematisch als planbare, reproduzierbare und lehrbare Objekte erscheinen und damit als Vorläufer moderner technischer und informationstechnischer Artefakte, ohne ihnen bereits theoretische Autonomie zuzuschreiben.}
\contractPrereq{Um den Vitruv-Abschnitt zu verstehen, müssen zuvor die grundlegenden philosophischen Bestimmungen von Artefakten bereits etabliert sein. Dazu gehören insbesondere die platonische Hypothek der ontologischen Abwertung des Gemachten sowie die aristotelische Bestimmung von Artefakten über Form, Zweck und Ursache. Weiterhin müssen Begriffe wie Artefakt, Zweck, Funktion, Normativität, Entwurf und Regelwissen allgemein eingeführt sein, ohne sie bereits auf eine spezifisch vitruvianische Praxis zu verengen. Methodisch sollte außerdem geklärt sein, dass mit Vitruv kein weiterer ontologischer Entwurf, sondern eine explizite Praxisperspektive auf Artefakte analysiert wird.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll argumentativ zeigen, dass Vitruv Artefakte als durch Regeln, Maße und Zwecke bestimmte Entwurfsgegenstände fasst, deren Qualität nicht metaphysisch, sondern praktisch-normativ beurteilt wird. Zentrale Textbasis ist De architectura, insbesondere die Bestimmung von firmitas, utilitas und venustas als normative Leitkriterien. Ergänzend sind Vitruvs Ausführungen zur Ausbildung des Architekten sowie zur Reproduzierbarkeit von Bauformen heranzuziehen, um Artefakte als wissensförmige, standardisierbare Objekte sichtbar zu machen. Ziel des Arguments ist es, Vitruv nicht als vollständige Artefakttheorie zu lesen, sondern als historischen Übergangspunkt: Artefakte werden hier erstmals als Infrastruktur von Praxis und Ordnung fassbar, ohne dass ihre normativen Grundlagen selbst reflektiert würden. Diese Leerstelle ist ausdrücklich zu markieren und als Anschlussstelle für spätere systematische Entwicklungen insbesondere im Blick auf informationstechnische Artefakte offenzuhalten.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{Roger Bacon}
\begin{contract}[Roger Bacon]
\contractGoal{Der Abschnitt zu Roger Bacon soll Artefakte nicht im Sinne einer ontologischen Bestimmung behandeln, sondern sie explizit als Erkenntnismedien thematisieren. Ziel ist es zu zeigen, dass sich bei Bacon erstmals eine systematische Verschiebung vollzieht, in der Artefakte nicht nur Mittel der Ausführung oder Illustration sind, sondern konstitutiv an der Hervorbringung von Wissen beteiligt werden. Artefakte fungieren hier als operative, instrumentelle und methodisch geregelte Vermittlungsinstanzen zwischen Welt und Erkenntnis. Der Abschnitt soll damit eine eigenständige epistemische Linie eröffnen, die vom Artefaktbegriff im engeren Sinne unterscheidbar bleibt, diesen aber nachhaltig irritiert und erweitert.}
\contractPrereq{Um den Abschnitt zu Roger Bacon als Theorie epistemischer Artefakte zu verstehen, müssen zuvor der Artefaktbegriff im ontologischen Sinne sowie seine antiken Bestimmungen bereits geklärt sein. Insbesondere müssen Artefakte als hergestellte, zweckgebundene und normativ beurteilbare Objekte eingeführt worden sein, ohne ihnen bereits epistemische Produktivität zuzuschreiben. Zudem müssen grundlegende erkenntnistheoretische Begriffe wie Erkenntnis, Erfahrung, Wahrheit, Instrument und Methode allgemein geklärt sein, ebenso die Unterscheidung zwischen ontologischer und epistemischer Analyse. Methodisch ist vorauszusetzen, dass Artefakte nicht nur als Gegenstände, sondern auch als strukturierende Bedingungen von Praxis thematisierbar sind.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll systematisch rekonstruieren, wie Roger Bacon technische Artefakte und Instrumente als notwendige Medien der Erkenntnis versteht. Zentrale Textbasis sind das \emph{Opus maius} sowie ergänzend das \emph{Opus tertium}, insbesondere Bacons Ausführungen zu \emph{experimentum}, mathematischer Ordnung und instrumenteller Vermittlung. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass Artefakte bei Bacon Erkenntnis nicht bloß unterstützen, sondern ermöglichen, indem sie Wahrnehmung, Messung, Reproduzierbarkeit und Kontrolle von Phänomenen strukturieren. Zugleich ist zu zeigen, dass diese epistemische Aufwertung nicht mit einer ontologischen Aufwertung einhergeht: Artefakte bleiben abhängig von menschlicher Praxis und einer übergeordneten metaphysischen Ordnung. Ziel des Arguments ist es, Bacon als historischen Ausgangspunkt einer Theorie epistemischer Artefakte zu markieren, die weder mit klassischer Artefaktontologie noch mit moderner Technikautonomie identisch ist.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{Francis Bacon}
\begin{contract}[Francis Bacon]
\contractGoal{Der kurze Abschnitt zu Francis Bacon soll keine eigenständige Artefakttheorie entwickeln, sondern klar und zugespitzt markieren, dass sich mit ihm die bei Roger Bacon eröffnete epistemische Aufwertung technischer Artefakte zu einem expliziten methodischen Programm verdichtet. Ziel ist es, Francis Bacon als denjenigen zu positionieren, der Artefakte nicht ontologisch neu bestimmt, sondern ihre systematische Rolle im Projekt von Wissen normativ legitimiert und einfordert. Der Abschnitt soll zugleich deutlich machen, dass hier kein neuer Artefaktbegriff eingeführt wird, sondern eine Verschiebung der erkenntnistheoretischen Erwartungen an Technik erfolgt.}
\contractPrereq{Vorausgesetzt ist ein zuvor ausgearbeiteter Artefaktbegriff im ontologischen Sinne sowie die Darstellung Roger Bacons als Ausgangspunkt einer epistemischen Lesart von Artefakten. Ebenso müssen die Unterscheidung zwischen ontologischer Bestimmung und epistemischer Funktion von Artefakten sowie grundlegende Begriffe wie Methode, Experiment, Erkenntnis und Intervention bereits geklärt sein. Der Abschnitt setzt ferner voraus, dass die Namensgleichheit von Roger Bacon und Francis Bacon als historisch und systematisch unterschiedene Positionen bereits implizit verständlich ist.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll knapp rekonstruieren, wie Francis Bacon in Texten wie dem \emph{Novum Organum} Technik und Artefakte als notwendige Mittel gezielter Erkenntnisproduktion konzipiert. Argumentativ ist herauszustellen, dass Artefakte hier nicht nur Erkenntnis ermöglichen, sondern methodisch gefordert werden, um Natur aktiv zu befragen und zu kontrollierten Antworten zu zwingen. Zugleich ist explizit zu markieren, dass Francis Bacon keinen eigenen Artefaktbegriff entwickelt, sondern Artefakte ausschließlich funktional im Rahmen eines wissenschaftlichen Programms adressiert. Ziel des Arguments ist es, Francis Bacon als systematischen Zuspitzungspunkt der epistemischen Artefaktlinie sichtbar zu machen, ohne den Eindruck zu erwecken, hier werde eine eigenständige artefakttheoretische Position entfaltet.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{René Descartes}
\begin{contract}[René Descartes]
\contractGoal{Der Abschnitt zu René Descartes soll zeigen, dass sich mit ihm eine entscheidende Verschiebung im Artefaktverständnis vollzieht, ohne dass Descartes selbst eine explizite Artefakttheorie formuliert. Ziel ist es, Descartes als denjenigen zu lesen, der die Bedingungen dafür schafft, Artefakte primär als Realisationen formaler, regelgeleiteter Strukturen zu verstehen. Artefakte erscheinen hier nicht mehr wesentlich über Materialität oder handwerkliche Herstellung, sondern über Entwurf, Regelhaftigkeit und symbolische Ordnung. Der Abschnitt soll Descartes als systematischen Übergangspunkt markieren, an dem sich der Artefaktbegriff von materieller Zweckmäßigkeit hin zu formaler Konstruierbarkeit verschiebt.}
\contractPrereq{Vorausgesetzt ist ein zuvor ausgearbeiteter Artefaktbegriff, der Artefakte als hergestellte, zweckgebundene und normativ beurteilbare Objekte bestimmt, sowie die Darstellung der epistemischen Aufwertung von Artefakten bei Roger Bacon und der methodischen Zuspitzung bei Francis Bacon. Ebenso müssen grundlegende Begriffe wie Regel, Methode, Formalisierung, Entwurf und Abstraktion allgemein eingeführt sein. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen einer expliziten Artefaktontologie und der impliziten Transformation des Artefaktbegriffs durch erkenntnistheoretische und methodologische Verschiebungen unterschieden wird.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll selektiv rekonstruieren, wie Descartes in Texten wie dem \emph{Discours de la méthode} und den \emph{Regulae} Erkenntnis als regelgeleiteten, formal strukturierten Prozess bestimmt. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass sich Artefakte in diesem Rahmen als Ausführungs- und Realisationsinstanzen formaler Entwürfe verstehen lassen, ohne dass ihre Materialität oder Herstellungsweise noch theoretisch zentral wird. Zu zeigen ist, dass Descartes damit keinen neuen Artefaktbegriff anbietet, wohl aber eine begriffliche Verschiebung vorbereitet, in der Artefakte zunehmend als Träger formaler Ordnung erscheinen. Ziel des Arguments ist es, Descartes als entscheidende Zwischenstation zu markieren, an der der Artefaktbegriff für spätere formale, mathematische und schließlich informationstechnische Bestimmungen geöffnet wird, ohne selbst bereits auf diese hinauszulaufen.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{Gottfried Wilhelm Leibniz}
\begin{contract}[Gottfried Wilhelm Leibniz]
\contractGoal{Der Abschnitt zu Gottfried Wilhelm Leibniz soll zeigen, dass sich mit ihm der Artefaktbegriff entscheidend in Richtung formaler Systeme verschiebt. Ziel ist es, Leibniz als denjenigen zu lesen, bei dem Artefakte nicht mehr primär als materielle, handwerklich hergestellte Dinge erscheinen, sondern als regelgeleitete, symbolisch strukturierte Operationssysteme. Artefakte und formale Systeme treten hier in eine enge begriffliche Nähe: Rechenmaschinen, Kalküle und Symbolsysteme fungieren als paradigmatische Artefakte, an denen sich zeigt, dass formale Ordnung nicht nur gedacht, sondern technisch realisiert werden kann. Der Abschnitt soll Leibniz als historischen Übergangspunkt markieren, an dem Artefakte erstmals systematisch als formale Systeme verstehbar werden.}
\contractPrereq{Vorausgesetzt ist ein zuvor entwickelter Artefaktbegriff, der über Materialität und Zweck hinaus bereits Entwurf, Regelhaftigkeit und Normativität umfasst, sowie die Darstellung der formalen Verschiebung bei Descartes. Ebenso müssen grundlegende Begriffe wie Formalisierung, Symbol, Regel, Kalkül und Operation allgemein geklärt sein, ohne sie bereits informatisch zu spezifizieren. Methodisch ist vorauszusetzen, dass Artefakte nicht nur als Dinge, sondern auch als strukturierte Prozesse und Systeme analysiert werden können.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll rekonstruieren, wie Leibniz in Texten wie der \emph{Dissertatio de arte combinatoria} sowie in seinen Überlegungen zu Rechenmaschinen und universellen Kalkülen Denken als regelgeleitete symbolische Operation bestimmt. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass Artefakte bei Leibniz nicht bloß Ausführungsinstanzen formaler Entwürfe sind, sondern selbst als formale Systeme begriffen werden können, deren Struktur mit der Struktur rationalen Denkens vergleichbar ist. Zu zeigen ist, dass diese Konvergenz von Artefakt und Formalismus weder auf Materialität noch auf bloße Zweckmäßigkeit zurückgeführt wird, sondern auf die Idee einer operativen Ordnung. Ziel des Arguments ist es, Leibniz als entscheidende historische Figur zu positionieren, bei der der Artefaktbegriff für eine systematische Verbindung von Technik, Symbolik und formaler Operation geöffnet wird, ohne bereits in moderne Informatik überzugehen.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsection{Kant}
\begin{contract}[Immanuel Kant]
\contractGoal{Der Abschnitt zu Immanuel Kant soll Kant ausschließlich als Grenzfigur gegenüber Leibniz lesen. Ziel ist es, die bei Leibniz eröffnete Konvergenz von Artefakt, formalen Systemen und Denken systematisch zu begrenzen, ohne Kant als eigenständigen Artefakttheoretiker zu präsentieren. Der Abschnitt soll zeigen, dass Kant den Anspruch formaler Artefakte strikt beschränkt, indem er die Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis nicht als herstellbar, technisch realisierbar oder artefaktisch begreifbar ausweist. Kant fungiert hier nicht als Fortschritt im Artefaktbegriff, sondern als notwendige Korrektur gegen eine ontologische oder epistemische Überdehnung formaler Systeme.}
\contractPrereq{Vorausgesetzt ist die Darstellung Leibniz als historischer Punkt, an dem Artefakte systematisch als formale, regelgeleitete Operationssysteme begriffen werden können. Ebenso müssen die Begriffe formales System, Regel, Operation und Symbolik bereits eingeführt sein, ohne sie mit transzendentalen Bedingungen zu identifizieren. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen der Struktur formaler Artefakte und den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis klar unterschieden wird.}
\contractArgument{Der Abschnitt soll selektiv rekonstruieren, wie Kant in der \emph{Kritik der reinen Vernunft} die Formen der Anschauung und die Kategorien des Verstandes als nicht herstellbare, nicht artefaktische Bedingungen von Erkenntnis bestimmt und damit die leibnizsche Nähe von Kalkül und Denken begrenzt. Ergänzend ist aus der \emph{Kritik der Urteilskraft} die Bestimmung von Technik und Zweckmäßigkeit heranzuziehen, um Artefakte als regelgeleitete Hervorbringungen unter Vernunftbedingungen, nicht aber als deren Ursprung, zu fassen. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass Kant formale Artefakte weder ontologisch noch epistemisch autonomisiert, sondern sie konsequent auf eine instrumentelle Rolle beschränkt. Ziel des Arguments ist es, Kant als systematische Grenzfigur zu positionieren, die den Übergang von Leibniz zu modernen formalen und informationstechnischen Artefakten absichert, indem sie deren Leistungsansprüche begrifflich begrenzt.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}