\chapter{Zum Begriff des Artefakts} Klassisch ist ein \textit{Artefakt} ein Gegenstand, der im Unterschied zu Dingen, die "`von Natur aus existieren"'(FIXME:Aristoteles), \textit{künstlich} von jemandem, einer Urheber\*in, hergestellt wurden. Die Künstlichkeit der Artefakte schließt (menschliche) Intentionalität und die Anwendung einer (technischen i.w.S.) Fertigkeit ein. Oben hatten wir in einem vorläufigen Zugriff auf die Technikphilosophie technische Mittel als (gedachte oder realisierte) Gegenstände bestimmt, die als zur Herbeiführung eines Sachverhalts als geeignet identifiziert oder mit dem Ziel der Eignung für einen Zweck hergestellt werden. Am Grund der Mittelvorstellung befindet sich damit ein hergestellten, d.h. artifzielles Mittel, also ein Artefakt. Für die informationstechnische Mittel, auf das wir im nächsten Teil dieser Arbeit abzielen, scheidet der im primitiven Werkzeuggebrauch vorfindliche Gebrauch von natürlichen Gegenständen offensichtlich aus: Anders als vorhandene(FIXME) Steine, die zum Zweck, eine Nuss zu knacken, als Mittel dienen können, sind informationstechnische Artefakte und damit auch Mittel wesentliche Artefakte und werden in unserem Sinne nicht in der Natur vorgefunden. Bereits im Artefakt, nicht erst im Mittel, stoßen wir also auf handlungstheoretische Voraussetzungen wie Intentionalität, Herstellung und Autorschaft. Hinzu kommen Vorstellungen von Zwecken, Funktionen, auch von Fehlfunktionen, so dass die Abtrennung der Analyse von Artefakten von einer technikphilosophischen Mittelreflexion in beide Richtungen künstlich (um nicht zu sagen: artifziell) erscheinen muss. Diese Spannung kann hier nicht vermieden werden, so dass bereits hier immer wieder Überlegungen zum Mittel im stärkeren Sinne hervortreten und sich das Gefühl der Redundanz zum vorherigen Teil der Arbeit aufdrängen muss. Die Trennung erfolgt in mikroskopierender Absicht: Es sind das Problem formaler Sprachen als Medium für informationstechnische Artefakte (im Allgemeinen, nicht nur der Mittel), deren Realisierung sowie die Rolle der Informationstheorie zur Kennzeichnung ihrer Gegenständlichkeit scharf herauszuarbeiten. Das Verfahren ist also sammelnd: Im Abschreiten klassischer Bezugspunkte soll der Begriff des Artefakts exponiert und reflektiert werden. Dazu kommen zunächst einige Positionen von Platon bis Kant zur Sprache, darunter Leibniz, ... \input{Part_II_Informationstechnisches_Artefakt/01.01_Begriffsgeschichte_Grundunterscheidungen.tex} \section{Artefakte als objektiver Geist} \subsection{Hegel} \begin{contract}[Georg Wilhelm Friedrich Hegel] \contractGoal{Der Abschnitt zu Georg Wilhelm Friedrich Hegel soll Hegel strikt funktional als Theorie der Objektivation verorten. Ziel ist es, Artefakte als Momente des objektiven Geistes zu bestimmen, das heißt als vergegenständlichte Formen von Rationalität, die aus menschlicher Praxis hervorgehen und dieser zugleich als objektive Ordnung gegenübertreten. Hegel soll hier weder als Technikoptimist noch als umfassender Systemphilosoph gelesen werden, sondern als derjenige, der erstmals begrifflich fasst, wie Zwecke, Regeln und Vernunftformen in der Welt eine dauerhafte, verbindliche Gestalt annehmen können. Der Abschnitt dient dazu, Artefakte als gesellschaftlich wirksame Strukturen zu bestimmen, ohne sie ontologisch zu hypostasieren oder normativ zu rechtfertigen.} \contractPrereq{Vorausgesetzt ist die Darstellung Kants als Grenzfigur gegenüber Leibniz, insbesondere die Unterscheidung zwischen formalen Systemen und den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis. Ebenso müssen Artefakte bereits als hergestellte, zweckgebundene und normativ strukturierte Objekte eingeführt sein. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen Artefakten als Dingen und Artefakten als vergegenständlichten Praxisformen unterschieden werden kann und dass gesellschaftliche Normativität nicht mit individueller Intentionalität identifiziert wird.} \contractArgument{Der Abschnitt soll rekonstruieren, wie Hegel im Rahmen des objektiven Geistes Artefakte als Resultate von Entäußerung und Objektivation begreifbar macht. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass Artefakte bei Hegel keine bloßen Mittel subjektiver Zwecke sind, sondern stabilisierte Zweck-Mittel-Relationen, die als objektive Ordnung wirksam werden und menschliches Handeln strukturieren. Heranzuziehen sind dabei insbesondere Passagen zur Arbeit, zur Vermittlung von Subjektivität und Objektivität sowie zur Sittlichkeit, ohne Hegels System im Ganzen zu entfalten. Zu zeigen ist, dass Artefakte als Objektivationen rationaler Praxis kritisierbar bleiben, weil sie Rationalitätsansprüche verkörpern, ohne diese notwendig einzulösen. Ziel des Arguments ist es, Hegel als systematischen Vorbereitungspunkt für eine gesellschaftstheoretische Analyse technischer und informationstechnischer Artefakte zu positionieren, ohne ihn zu einem Techniktheoretiker zu überdehnen.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \subsection{Karl Marx} \begin{contract}[Karl Marx] \contractGoal{Der Abschnitt zu Karl Marx soll Marx explizit als doppelte Kritikfigur positionieren: zum einen als Instrument zur Analyse der Macht-, Herrschafts- und Ausbeutungsdimension technischer Artefakte, zum anderen als Mittel zur Kritik verkürzter, technikdeterministischer oder moralisierender Technik- und Digitalkritiken. Ziel ist es, Artefakte bei Marx als vergegenständlichte gesellschaftliche Verhältnisse zu bestimmen, deren Wirksamkeit nicht aus ihrer technischen Form selbst, sondern aus ihrer Einbettung in Produktionsverhältnisse, Eigentumsordnungen und Arbeitsorganisation hervorgeht. Der Abschnitt soll deutlich machen, dass Marx keine Artefaktontologie liefert, sondern ein Analyseinstrumentarium, mit dem sowohl Artefakte als auch ihre Kritik auf ihre gesellschaftlichen Voraussetzungen zurückgeführt werden können.} \contractPrereq{Vorausgesetzt ist der Hegel-Abschnitt, in dem Artefakte als Objektivationen rationaler Praxis und als Momente des objektiven Geistes eingeführt wurden. Ebenso müssen die Begriffe Objektivation, Arbeit, Praxis, Normativität und gesellschaftliche Ordnung bereits geklärt sein. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen formaler Struktur eines Artefakts und seiner sozialen Wirksamkeit unterschieden wird und dass Macht nicht als Eigenschaft von Dingen, sondern als Relation gesellschaftlicher Verhältnisse verstanden wird.} \contractArgument{Der Abschnitt soll rekonstruieren, wie Marx Artefakte im Kontext von Arbeit, Produktion und Kapital als materielle Verdichtungen gesellschaftlicher Verhältnisse analysiert. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass Maschinen, Werkzeuge und technische Systeme bei Marx keine autonomen Machtträger sind, sondern als Speicher von Arbeitszeit, Mittel der Kontrolle über Arbeitskraft und Instrumente der Reproduktion bestimmter Produktionsverhältnisse fungieren. Zugleich ist zu zeigen, dass Marx damit eine Kritik an technikdeterministischen Deutungen nahelegt: Artefakte erscheinen als Sachzwänge, weil gesellschaftliche Verhältnisse sich in ihnen verfestigen, nicht weil Technik selbst herrscht. Ziel des Arguments ist es, Marx als systematische Ergänzung und Korrektur zu Hegel zu positionieren, indem Artefakte nicht nur als objektive Ordnung, sondern als historisch kontingente, umkämpfte und veränderbare Formen gesellschaftlicher Praxis begreifbar werden.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \subsection{Blindstellen einer Marx'schen Analyse} \begin{contract}[Marx-nahe Techniktheorien: systematische Blindstellen] \contractGoal{Der Abschnitt soll zeigen, dass marxnahe und marxistisch inspirierte Technik- und Artefakttheorien zwar präzise die gesellschaftliche Wirksamkeit technischer Artefakte analysieren, dabei jedoch systematisch blind für den formalen Modus dieser Wirksamkeit bleiben. Ziel ist es nicht, diese Ansätze zu widerlegen oder zu korrigieren, sondern ihre begriffliche Grenze sichtbar zu machen: Artefakte erscheinen als Träger von Praxis, Macht und Herrschaft, ohne dass ihre interne Form, Regelhaftigkeit und operative Organisation selbst zum Gegenstand der Analyse wird. Der Abschnitt soll diese Blindstelle als strukturelles Defizit ausweisen, das historisch erklärbar ist und erst durch die Einführung informationstechnischer Artefakte im folgenden Kapitel bearbeitet werden kann.} \contractPrereq{Vorausgesetzt sind die Abschnitte zu Hegel und Marx, in denen Artefakte als Objektivationen rationaler Praxis beziehungsweise als vergegenständlichte gesellschaftliche Verhältnisse bestimmt wurden. Ebenso müssen die Grundlinien der marxnahen Technikdebatte in ihren leitenden Motiven bekannt sein: Kritik des Technikdeterminismus, Analyse von Macht, Herrschaft und Arbeit, sowie die Zurückweisung einer autonomen Wirksamkeit von Technik. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen gesellschaftlicher Wirksamkeit von Artefakten und der Analyse ihrer formalen Struktur unterschieden werden kann, ohne diese beiden Ebenen vorschnell zu trennen oder zu identifizieren.} \contractArgument{Der Abschnitt soll problemorientiert vorgehen und keine eigenständige Theorie entfalten. Zunächst ist herauszuarbeiten, dass marxnahe Techniktheorien Artefakte konsequent als gesellschaftlich wirksame Gebilde analysieren, deren Macht aus Produktionsverhältnissen, institutionellen Einbettungen und stabilisierten Praktiken hervorgeht. In einem zweiten Schritt ist zu zeigen, dass diese Analysen Artefakte häufig als Black Boxes behandeln: Ihre Wirksamkeit wird beschrieben, ohne ihre interne formale Organisation, Regelhaftigkeit oder operative Struktur systematisch zu explizieren. Drittens ist zu rekonstruieren, dass die Kritik des Technikdeterminismus zwar überzeugend formuliert wird, jedoch meist negativ bleibt und keinen positiven Begriff dafür entwickelt, wie Artefakte wirksam sein können, ohne als autonome Akteure zu fungieren. Abschließend ist diese Konstellation als systematische Blindstelle zu diagnostizieren, die nicht zufällig, sondern historisch bedingt ist: Der für die Gegenwart zentrale Artefakttyp, das informationstechnische Artefakt, ist begrifflich noch nicht eingeführt. Ziel des Arguments ist es, die Notwendigkeit eines Artefaktbegriffs vorzubereiten, der gesellschaftliche Wirksamkeit und formale Organisation zusammendenkt, ohne diese Aufgabe im vorliegenden Abschnitt bereits zu erfüllen.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \section{Artefakte als formale Systeme} \subsection{Boole: Formale als konstruierbare Systeme} \begin{contract}[George Boole] \contractGoal{Der Abschnitt zu George Boole soll zeigen, dass sich mit Boole erstmals ein Artefakttyp klar bestimmen lässt, der ausschließlich aus formaler Struktur besteht und dennoch wirkmächtig ist. Ziel ist es, Boole als historischen Punkt zu lesen, an dem formale Systeme explizit als konstruierbare, regelgeleitete und überprüfbare Gebilde erscheinen und damit die Minimalbedingungen eines Artefakts erfüllen, ohne materiell, sozial oder institutionell bestimmt zu sein. Der Abschnitt soll den Begriff des formalen Artefakts etablieren und damit eine begriffliche Voraussetzung schaffen, um spätere informationstechnische Artefakte nicht bloß metaphorisch, sondern strukturell als Artefakte zu verstehen.} \contractPrereq{Vorausgesetzt ist ein zuvor entwickelter Artefaktbegriff, der nicht auf Materialität oder handwerkliche Herstellung reduziert ist, sowie die Darstellung von Leibniz und Kant, durch die formale Systeme einerseits denkbar, andererseits aber von den Bedingungen der Möglichkeit von Erkenntnis abgegrenzt wurden. Ebenso müssen Grundbegriffe wie Regel, Operation, Normativität, Korrektheit und Formalisierung eingeführt sein, ohne sie bereits informatisch oder medientheoretisch zu spezifizieren. Methodisch ist vorauszusetzen, dass Artefakte auch als abstrakte, nicht-gegenständliche Gebilde analysiert werden können, sofern sie hergestellt, regelgeleitet und normativ beurteilbar sind.} \contractArgument{Der Abschnitt soll rekonstruieren, wie Boole in der \emph{Mathematical Analysis of Logic} (1847) und insbesondere in den \emph{Laws of Thought} (1854) Logik als explizit konstruierbares Kalkülsystem entwickelt. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass logische Operationen bei Boole nicht mehr als bloße Rekonstruktionen des Denkens erscheinen, sondern als formal festgelegte Regeln, deren Korrektheit systemintern überprüfbar ist. Zu zeigen ist, dass damit ein formales System entsteht, das hergestellt, verändert und bewertet werden kann und somit die Kriterien eines Artefakts erfüllt. Zugleich ist klar zu markieren, dass Boole weder die mediale Realisierung noch die gesellschaftliche Einbettung dieser Systeme reflektiert. Ziel des Arguments ist es, Boole als Begründer des formalen Artefakts zu positionieren und zugleich die Grenze seiner Perspektive sichtbar zu machen, die im nächsten Schritt mit Frege und Krämer weiter bearbeitet wird.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \subsection{Frege} \begin{contract}[Gottlob Frege] \contractGoal{Der Abschnitt zu Gottlob Frege soll streng begrenzt zeigen, dass formale Systeme als Artefakte nicht nur operativ funktionieren, sondern normative Geltungsansprüche erheben. Ziel ist es, Frege ausschließlich als denjenigen zu lesen, der die bei Boole etablierte Konstruiertheit formaler Systeme um eine Dimension der Geltung ergänzt. Der Abschnitt soll verdeutlichen, dass formale Artefakte Maßstäbe des Richtigen und Falschen setzen, ohne diese Normativität sozial, psychologisch oder institutionell zu begründen. Frege fungiert hier nicht als allgemeiner Logiktheoretiker, sondern als systematischer Fixpunkt für die These einer eigenständigen formalen Normativität von Artefakten.} \contractPrereq{Vorausgesetzt ist der Abschnitt zu George Boole, in dem formale Systeme als hergestellte, regelgeleitete und veränderbare Artefakte eingeführt wurden. Ebenso müssen die Begriffe Regel, Operation, Korrektheit und Normativität bereits allgemein geklärt sein, ohne sie sozialtheoretisch oder moralphilosophisch zu deuten. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen der Herstellbarkeit eines Systems und der Geltung seiner Regeln unterschieden werden kann.} \contractArgument{Der Abschnitt soll selektiv rekonstruieren, wie Frege in Schriften wie den \emph{Grundlagen der Arithmetik} und den logischen Aufsätzen zur Begriffsschrift Logik als normatives System bestimmt. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass logische Regeln bei Frege nicht als psychologische Denkgesetze oder konventionelle Spielregeln verstanden werden, sondern als objektive Maßstäbe richtigen Schließens. Zu zeigen ist, dass formale Systeme damit Artefakte bleiben, deren Regeln jedoch Geltungsansprüche erheben, die unabhängig von ihrer faktischen Anwendung bestehen. Zugleich ist klar zu markieren, dass Frege weder die mediale Realisierung noch die gesellschaftliche Wirksamkeit dieser Normativität thematisiert. Ziel des Arguments ist es, Frege als systematische Ergänzung zu Boole zu positionieren, indem das formale Artefakt nicht nur als operatives, sondern als normativ bindendes Gebilde bestimmt wird, ohne diese Normativität weiter zu sozialisieren oder zu materialisieren.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \subsection{Krämer} \begin{contract}[Sybille Krämer] \contractGoal{Der Abschnitt zu Sybille Krämer soll zeigen, dass formale Artefakte nicht nur durch ihre Regelstruktur (Boole) und ihre normative Geltung (Frege), sondern wesentlich durch ihre mediale und operative Realisierung existieren. Ziel ist es, Krämer als diejenige zu lesen, die den formalen Artefaktbegriff um eine Theorie der Externalisierung, der Schrift und des operativen Vollzugs ergänzt. Formale Systeme erscheinen hier nicht als abstrakte Gebilde, die zufällig realisiert werden, sondern als Artefakte, deren Wirksamkeit untrennbar an mediale Praktiken, Zeichenräume und technische Träger gebunden ist. Der Abschnitt soll Krämer strikt als Explikation des Vollzugs formaler Artefakte positionieren, nicht als Sozial- oder Techniktheoretikerin im engeren Sinne.} \contractPrereq{Vorausgesetzt sind die Abschnitte zu George Boole und Gottlob Frege, in denen formale Systeme als hergestellte Artefakte mit eigenständiger formaler Normativität bestimmt wurden. Ebenso müssen die Begriffe Operation, Regel, Normativität, Formalisierung und Externalisierung bereits eingeführt sein. Methodisch ist vorauszusetzen, dass zwischen der abstrakten Struktur eines formalen Systems und seiner konkreten Realisierung unterschieden werden kann, ohne diese Realisierung als bloß kontingente Ausführung abzuwerten.} \contractArgument{Der Abschnitt soll rekonstruieren, wie Krämer in Arbeiten zur Schrift, zu symbolischen Maschinen und zur operativen Logik zeigt, dass formale Systeme nur als medial externalisierte und technisch realisierte Artefakte wirksam werden. Argumentativ ist herauszuarbeiten, dass formale Normativität nicht unabhängig vom Vollzug existiert, sondern erst durch wiederholbare, regelgeleitete Operationen in Zeichen- und Medienräumen stabilisiert wird. Zu zeigen ist, dass Krämer damit weder die formale Struktur (Boole) noch die normative Geltung (Frege) relativiert, sondern beide an eine Theorie der Medialität und Operativität bindet. Ziel des Arguments ist es, Krämer als systematischen Übergangspunkt zu positionieren, an dem formale Artefakte als operative Maschinen sichtbar werden, ohne ihre gesellschaftliche Einbettung oder Machtwirkung bereits zu thematisieren.} \contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.} \end{contract} \section{Reflexion} \subsection{Intentionalität, Autorschaft, Herstellung} \subsection{Funktion, Zweck, Normativität} \subsection{Materialität und Realisierung} \subsection{Soziale Einbettung und Praxis} \subsection{Artefakte als Mittel, Medien und Möglichkeitsbedingungen}