Ein bisschen umhergeschrieben

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2026-01-14 21:16:35 +01:00
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\contractArgument{Der Abschnitt soll systematisch-rekonstruktiv vorgehen und sich auf ausgewählte zentrale Textstellen konzentrieren. Leittext ist Buch X der Politeia, in dem Artefakte als Nachahmungen zweiter Ordnung erscheinen und ihr Maß außerhalb ihrer selbst liegt. Ergänzend sind Passagen aus Gorgias und Politikos heranzuziehen, um technē als regelgeleitete, aber normativ rückgebundene Wissensform sowie ihre politische Einhegung zu thematisieren; punktuell kann der Timaios herangezogen werden, um die Grenzfigur des kosmischen Gemachten sichtbar zu machen. Ziel des Vorgehens ist es nicht, Platons Position zu harmonisieren, sondern die impliziten Annahmen über Herstellung, Zweck, Wahrheit und Ordnung freizulegen und als problematische Ausgangslage zu markieren.}
\contractAI{Prüfe, ob das formulierte Ziel mit dem geplanten Argument erreicht werden kann. Prüfe, ob der folgende Abschnitt das soeben formulierte Ziel erfüllt. Prüfe, ob der Abschnitt das beschriebene Argument einhält. Prüfe, ob das, was zuvor im Text steht, die hier verlangten Voraussetzungen erfüllt. Wenn jeweils ja, dann sage nur ``ja'', wenn nicht, nenne die Einschränkungen unter klarer Bezugnahme auf diesen Abschnitt und die jeweiligen Textstellen.}
\end{contract}
\subsubsection{Haben Artefakte Urbilder?}
\begin{enumerate}
\item \textbf{Technik als Teilhabe am Logos:} Plato grenzt die wahre Technik (\textit{techne}) von bloßer individueller Geübtheit (\textit{tribe}) ab. Wahre Technik zeichnet sich durch die Kenntnis der Natur der eingesetzten Mittel sowie der Gründe des Handelns aus und ist untrennbar an die Realisierung des Guten gebunden. Wie Christoph Hubig in \textit{Die Kunst des Möglichen I} (2006) auf Seite 42 erläutert, ist Technik für Plato nicht bloße Anwendung eines Logos, sondern sie ist nur Technik, sofern sie an diesem Logos selbst teilhat [1].

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\section{Begriffsgeschichtliche und systematische Grundunterscheidungen}
\section{Begriffsgeschichtliche und systematische Unterscheidungen}
Eine Analyse, die auf die Klärung des informationstechnischen Artefakts und in einem weiteren Schritt auf die des informationstechnischen Mittels abzielt, mit Platon beginnen zu lassen, muss eine philosophische Hemmungslosigkeit erscheinen: Offensichtlich verstand Platon noch nichts von dem, was heute unter dem Paradigma der Informationstechnik verhandelt wird. Klärend ist daher vorauszuschicken, dass historische Texte der Philosophie nicht doxographisch zu lesen, sondern als eine systematische Ressource zu begreifen sind, die zwei Zwecken dient: Erstens liefern diese ein Reservoir an grundsätzlichen Unterscheidungen, deren Geltung auch für informationstechnische Probleme zu untersuchen ist. Dies alleine könnte aber auch eine rezente Versammlung artefaktphilosophischer Überlegungen leisten. Hinzu muss daher ein zweites Interesse treten, nämlich durch die Rückkehr zum klassischen Vokabular -- im Fall Platons etwa zur \textit{chora}(FIXME:altgr) -- die terminologische Anschussfähigkeit zu über den engen Bereich digitalphilosophischer Übergungen hinausreichenden Arbeiten gestattet.
\input{Part_II_Informationstechnisches_Artefakt/01.01.01_Platon.tex}

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\chapter{Zum Begriff des Artefakts}
Klassisch ist ein \textit{Artefakt} ein Gegenstand, der im Unterschied zu Dingen, die "`von Natur aus existieren"'(FIXME:Aristoteles), \textit{künstlich} von jemandem, einer Urheber\*in, hergestellt wurden. Die Künstlichkeit der Artefakte schließt (menschliche) Intentionalität und die Anwendung einer (technischen i.w.S.) Fertigkeit ein. Oben hatten wir in einem vorläufigen Zugriff auf die Technikphilosophie technische Mittel als (gedachte oder realisierte) Gegenstände bestimmt, die als zur Herbeiführung eines Sachverhalts als geeignet identifiziert oder mit dem Ziel der Eignung für einen Zweck hergestellt werden. Am Grund der Mittelvorstellung befindet sich damit ein hergestellten, d.h. artifzielles Mittel, also ein Artefakt. Für die informationstechnische Mittel, auf das wir im nächsten Teil dieser Arbeit abzielen, scheidet der im primitiven Werkzeuggebrauch vorfindliche Gebrauch von natürlichen Gegenständen offensichtlich aus: Anders als vorhandene(FIXME) Steine, die zum Zweck, eine Nuss zu knacken, als Mittel dienen können, sind informationstechnische Artefakte und damit auch Mittel wesentliche Artefakte und werden in unserem Sinne nicht in der Natur vorgefunden.
Bereits im Artefakt, nicht erst im Mittel, stoßen wir also auf handlungstheoretische Voraussetzungen wie Intentionalität, Herstellung und Autorschaft. Hinzu kommen Vorstellungen von Zwecken, Funktionen, auch von Fehlfunktionen, so dass die Abtrennung der Analyse von Artefakten von einer technikphilosophischen Mittelreflexion in beide Richtungen künstlich (um nicht zu sagen: artifziell) erscheinen muss. Diese Spannung kann hier nicht vermieden werden, so dass bereits hier immer wieder Überlegungen zum Mittel im stärkeren Sinne hervortreten und sich das Gefühl der Redundanz zum vorherigen Teil der Arbeit aufdrängen muss. Die Trennung erfolgt in mikroskopierender Absicht: Es sind das Problem formaler Sprachen als Medium für informationstechnische Artefakte (im Allgemeinen, nicht nur der Mittel), deren Realisierung sowie die Rolle der Informationstheorie zur Kennzeichnung ihrer Gegenständlichkeit scharf herauszuarbeiten. Das Verfahren ist also sammelnd: Im Abschreiten klassischer Bezugspunkte soll der Begriff des Artefakts exponiert und reflektiert werden. Dazu kommen zunächst einige Positionen von Platon bis Kant zur Sprache, darunter Leibniz, ...
\input{Part_II_Informationstechnisches_Artefakt/01.01_Begriffsgeschichte_Grundunterscheidungen.tex}
\section{Artefakte als objektiver Geist}

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@@ -143,13 +143,13 @@
\setlength{\fboxsep}{6pt}%
\setlength{\fboxrule}{0.4pt}%
\fcolorbox{contractframe}{contractbg}{%
\begin{minipage}{0.97\linewidth}
\textbf{#1}\par\medskip
\begin{minipage}{0.99\linewidth}
\textbf{Contract: #1}\par\medskip
\renewcommand{\arraystretch}{1.15}%
\setlength{\tabcolsep}{6pt}%
\begin{tabular}{@{}p{0.18\linewidth}p{0.74\linewidth}@{}}
\textit{Ziel} & \contract@goal \\[2pt]
\textit{Voraussetzung} & \contract@prereq \\[2pt]
\begin{tabular}{@{}p{0.15\linewidth}p{0.81\linewidth}@{}}
\textit{Ziel} & \contract@goal \\[1pt]
\textit{Voraussetzung} & \contract@prereq \\[1pt]
\textit{Argument} & \contract@arg
\ifbool{showcontractai}{%
\\[2pt]\textit{KI-Anweisung} & \contract@ai
@@ -166,7 +166,7 @@
% \ContractsOff
% \ContractAIOff
\ContractAIOff
@@ -188,12 +188,7 @@ Hier kommt das Vorwort.
\mainmatter
\part{Grundlagen}
% ---------------------------------------------------------
% KAPITEL I: EINLEITUNG
% ---------------------------------------------------------
\chapter{Einleitung: Von der Computerethik zur Metaphysik der Informatik}
\chapter{Einleitung}
\section{Die Informatik als Provokation der Philosophie}
\begin{contract}[Abschnittsvertrag]
\contractGoal{Zeigen, warum Software klassische Technikbegriffe unter Spannung setzt.}
@@ -202,10 +197,19 @@ Hier kommt das Vorwort.
\contractAI{Formuliere 3 Thesen und je ein Gegenbeispiel zur Schärfung.}
\end{contract}
foo
\subsection{Die Unzulänglichkeit klassischer Technikbegriffe für die Software}
\subsection{Die „Übergriffigkeit“ der Informatik als Kulturtechnik}
\section{Zielsetzung der Arbeit}
\subsection{Bestimmung des KI-Mittels als Übergang zur Mittelbarkeit zweiter Ordnung}
\subsection{Der Wandel von der Funktionierbarkeits- zur Vertrauenserwartung}
\part{Grundzüge der Philosophie der Technik}
\chapter{Technik als Handlungsrationalität}
foo
\section{Methodik: Verbindung von Ontologie und Phänomenologie}
\begin{contract}[Methodik-Abschnitt]
@@ -218,9 +222,6 @@ foo
\subsection{Christoph Hubig: Technik als Medialität und Möglichkeitsraum}
\subsection{Andreas Kaminski: Technik als Form des Erwartens (De-Reifizierung)}
\section{Zielsetzung der Arbeit}
\subsection{Bestimmung des KI-Mittels als Übergang zur Mittelbarkeit zweiter Ordnung}
\subsection{Der Wandel von der Funktionierbarkeits- zur Vertrauenserwartung}
% ---------------------------------------------------------
% KAPITEL II: HUBIG
@@ -248,13 +249,17 @@ foo
\subsection{Vertrautheitserwartung: Das Verschwinden der Technik in der Routine}
\subsection{Funktionierbarkeitserwartung: Die rationale Enttäuschungsresistenz}
\input{Part_II_Informationstechnisches_Artefakt/00_InformationstechnischesArtefakt.tex}
\part{Das informationstechnische Mittel}
% ---------------------------------------------------------
% KAPITEL IV: IT-MITTEL
% ---------------------------------------------------------
\chapter{Das klassische informationstechnische Mittel (Algorithmus und Artefakt)}
\section{Informationstechnische Artefakte: Daten und digitale Objekte}
\subsection{Die General Definition of Information (GDI): Daten und Bedeutung}
\subsection{Information als technisches Maß: Shannon vs. Kolmogoroff}
\chapter{Das klassische informationstechnische Mittel}
\section{Artefakte und Mittel: Handlungsrationalität}
\subsection{Mittel als Artefakte: Die Aufhebung der Differenz von Verfahren und Gegenstand (UTM)}
\section{Der Gegenstandscharakter: Widerstand gegen Disponibilität}
@@ -262,6 +267,8 @@ foo
\subsection{Widerständigkeit (Vexatio Artis): Die Grenzen der Formbarkeit}
\subsection{Hybride Gründung: Mechanische Umsetzung und formale Strenge}
\part{Das KI-Mittel}
% ---------------------------------------------------------
% KAPITEL V: KI-MITTEL
% ---------------------------------------------------------